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Breklumer Hefte
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Die Breklumer Hefte waren eine Schriftenreihe der Volksmissionsarbeit der Bekenntnisgemeinschaft der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schleswig-Holsteins, die in den Jahren 1935 bis 1941 im Selbstverlag der Bekennenden Kirche Schleswig-Holsteins in Breklum erschien und 20 Hefte und ein Sonderheft umfasste. Durch die hohen Auflagen bekam die Schriftenreihe reichsweite Bedeutung. Die Breklumer Hefte wurden im Jahr 2018 in einer Gesamtausgabe neu herausgegeben.
Contents
⢠1933 und 1934
⢠Die Hefte
⢠Die Autoren
⢠Das Sonderheft
⢠Gesamtausgabe
⢠Weitere Hefte
⢠Neue Reihen
⢠Breklumer Hefte
⢠Literatur
⢠Siehe auch
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Volksmissionarische Aktivitäten
1933 und 1934
Auf den 10. November 1933, den 450. Geburtstag Martin Luthers, ist das Vorwort von Theodor Ellwein und Christian Stoll fĂźr die Riederauer Thesen zur lutherischen Volksmission datiert, die 1933 im ersten Heft der Schriftenreihe Bekennende Kirche in MĂźnchen erschienen. Sie wurden vom 1. bis 5. Oktober 1933 in Riederau am Ammersee von einem theologischen Arbeitskreis erarbeitet, der nach dem am 12. September 1933 vorgelegten Plan des bayerischen Landesbischofs Hans Meiser fĂźr die kĂźnftige volksmissionarische Arbeit in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Bayerns rechts des Rheins berufen worden war.cite-ref-1[1]
Ebenfalls am 10. November 1933 erging ein Aufruf der Reichskirchenregierung zur Volksmission an die âdeutschen evangelischen Volksgenossenâ, der, von Walter Birnbaum erarbeitet und von Joachim Hossenfelder unterschrieben, ganz vom Geist der Deutschen Christen bestimmt war.cite-ref-2[2]
Von Januar bis Mai 1934 erschien in Altona in vier Heften die kleine Schriftenreihe Die Gemeindekirche, herausgegeben von dem Theologen Hans Asmussen und dem Architekten Rudolf Jäger.cite-ref-3[3]
Zum Thema âVolksmissionâ schrieb Asmussen:
âUnd wer von uns wäre wohl nicht versucht gewesen, die kirchliche Aufgabe mit der politischen zu verbinden?! Wie schĂśn lieĂe es sich arbeiten, wenn nationalsozialistische Propaganda und christliches Zeugnis ein und dasselbe wäre! Wenn wir Volksmission treiben, so verläĂt uns der Geist, sobald wir ins Agitatorische abgleiten! Der Geist, der uns treibt, gestattet uns nur eines: Die Predigt des Evangeliums! Diese Predigt macht Christum groĂ und alle Menschen klein! Man kann nur dann die GrĂśĂe Christi preisen, wenn man zugleich den HĂśrern sagt: Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt! Tut ihr nicht rechtschaffene FrĂźchte der BuĂe, dann werdet ihr abgehauen und ins Feuer geworfen. Tut ihr nicht rechtschaffene FrĂźchte der BuĂe, dann redet bitte nicht in kirchlichen Dingen mit. Eine johlende Menge ist agitatorisch sehr gĂźnstig, aber in der Volksmission vertreibt sie den Segen. Darum muĂ sich die Gemeindekirche von allen Geistern scheiden, welche Volksmission und agitatorisches Handeln verbinden kĂśnnen.âcite-ref-4[4]
Die Evangelisch-Lutherische Kirche im Hamburgischen Staate richtete 1934 ein âVolksmissionarisches Amtâ unter der Leitung von Karl Witte ein. Auch in Sachsen wurden entsprechende BemĂźhungen unternommen.
1935 in Schleswig-Holstein
Im Herbst 1935 wurde von der Bekenntnisgemeinschaft der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schleswig-Holsteins ein volksmissionarisches Amt gebildet, das unter dem Vorsitz von Pastor Johannes Lorentzen-Kiel arbeitete und in Breklum angesiedelt war mit Martin PÜrksen als Geschäftsfßhrer. Es diente auch als Ort der vorläufigen Beschäftigung fßr junge Theologen der Bekenntnisgemeinschaft in Schleswig-Holstein: Sechs der jungen Pastoren, die am 26. Oktober 1935 von Bischof Marahrens in Harburg ordiniert worden waren, wurden zum volksmissionarischen Einsatz nach Breklum abgeordnet.cite-ref-5[5]
Diese Volksmission, verbunden mit apologetischer Arbeit, wurde in den Bekenntnisgemeinschaften geleistet, die in vielen Gemeinden sich bildeten. Ihre Mitglieder erhielten eine rote Karte und trugen durch ihre Beiträge zur ErmĂśglichung der Arbeit bei. Auch Ăśffentliche Versammlungen konnten zuerst noch gehalten werden, bis sie durch Verbot unmĂśglich gemacht wurden. Die apologetische und volksmissionarische Bedeutung der Breklumer Hefte war groĂ, in einigen Fällen sogar reichsweit. Sie erschienen im âAmt fĂźr Volksmissionâ und wurden in Breklum von der Druckerei der Missionsbuchhandlung gedruckt.cite-ref-6[6]
P. Lorentzen-Kiel definiert in einem 1935 auf der ersten Bekenntnissynode der schleswig-holsteinischen Bekenntnisgemeinschaft in Kiel gehaltenen Vortragcite-ref-7[7] die Bekennende Kirche (BK) als eine volksmissionarisch aktive Kirche. In der Situation des neuen Heidentums, das das GĂśttliche in den Tiefen des menschlichen Herzens erleben will, angesichts von Mächten, âdie vielleicht positives Christentum sagen, aber das wirkliche biblische Christentum verneinenâ, und innerhalb einer Kirche, die unfähig ist zur Auseinandersetzung mit glaubens- und bekenntnisfeindlichen Kräften, darf die BK sich nicht aus sich selbst zurĂźckziehen, sondern muss sich einsetzen fĂźr das Wort, das der Kirche anvertraut ist und das sie dieser Welt und diesem Volk schuldet, auch wenn es Stimmen gibt, die das Eintreten fĂźr die Reinheit der VerkĂźndigung als Staatsfeindschaft diskreditieren.
Der LĂźbecker Altbischof Karl Ludwig Kohlwage schreibt Ăźber âdie Bekennende Kirche in der Ăśffentlichen Auseinandersetzungâ:
ââDie Volksmission der BK predigt unentwegt: Es ist in keinem anderen Heil. Sie kann so predigen, weil sie nicht menschliche FrĂśmmigkeit wecken will, weil sie vielmehr den ewigen Ratschluss Gottes verkĂźndigen darf.â DafĂźr braucht sie Menschen, die dieses Zeugnis und Bekenntnis zur Sache ihres eigenen Lebens machen. Und diese Menschen sind da, die bereit und fähig sind, âdas Netz auszuwerfenâ, im biblischen Bild. Lorentzen fĂźhrt die in Hunderte gehenden Volksmissionsversammlungen, Abendveranstaltungen und Volksmissionsfahrten von Vikaren und Studenten ins Feld. Auch hier ein Kernelement der BK: keine âWinkelkircheâ, auf sich selbst konzentriert, sondern an die Ăffentlichkeit, an das Ganze, an das Volk gewiesen, heute sagen wir: an die Gesellschaft.âcite-ref-8[8]
Die Breklumer Hefte
Die Breklumer Hefte waren âStimmen zur Bewahrung einer bekenntnisgebundenen Kirche in bedrängender Zeitâ. Sie setzten sich kritisch mit den glaubens- und christentumsfeindlichen StrĂśmungen im Nationalsozialismus auseinander. Mit ihren hohen Auflagen (zwischen 10.000 und 65.000, in einem Fall sogar weit darĂźber hinaus) hatten sie reichsweite Bedeutung. Sie wurden teilweise verboten und eingezogen, was die Rarität der erhalten gebliebenen Exemplare erklärt.
Nach dem Krieg gerieten die Breklumer Hefte in Vergessenheit. In den nordelbischen Bibliotheken waren sie nirgendwo vollzählig greifbar, nicht einmal in Breklum hatte man alle Titel aufbewahrt. Das fĂźhrte bei den Herausgebern zu der Ăberzeugung, die Breklumer Hefte samt dem Sonderheft âDie Nordmark im Glaubenskampf. Eine Antwort der Kirche an Gustav Frenssenâ lesbar zu machen und in einer Gesamtausgabe der Ăffentlichkeit zu präsentieren.
Die Edition erschien 2018 und war fast acht Jahrzehnte nach der erzwungenen Einstellung der Breklumer Hefte ein neues âMedienereignisâ (Stephan Richter). Zeigte doch der Sammelband erstmals auf einem breiten Fundament, wie sich die Bekennende Kirche Schleswig-Holsteins in der NS-Zeit mit dem damaligen Zeitgeist auseinandergesetzt hat.
âDie Hefte vermitteln eine lebendige Vorstellung vom Denken und Glauben, vom Kämpfen und Argumentieren von Christen in einer wichtigen geschichtlichen Epocheâ, unterstreichen die Herausgeber. Sie erwarten, dass sich die wissenschaftliche Theologie mit diesem Vermächtnis der Bekennenden Kirche stärker beschäftigen wird, nachdem die Breklumer Hefte so lange eigenartig ungeordnet und vor allem unausgewertet in der Vergangenheit geruht haben.cite-ref-9[9]
Die Hefte
⢠Heft 1: Das christliche Bekenntnis und die Deutsche Glaubensbewegung. Eine Auseinandersetzung mit Graf Reventlow und Professor Hauer. Von J. Lorentzen, Pastor in Kiel. 1935
⢠Heft 2: Weder Hauer noch die Deutschkirche. Ein volkstĂźmliches Wort aus Schleswig-Holstein zum Kampf um den christlichen Glauben. Von Hans Treplin, Pastor in Hademarschen. 1935 (reichsweit nachgefragt; später verboten. Auflage: mindestens 80.â90. Tsd.cite-ref-10[10]; Digitalisat)
⢠Heft 3: Ein christliches Wort zum Mythus des Blutes. Von H. Adolphsen, Pastor in Itzehoe. 1935 (Digitalisat)
⢠Heft 4: [Mit Gott.] Ein Wort an den deutschen Soldaten. Von Hans Treplin. Pastor in Hademarschen. 1935 (Digitalisat)
⢠Heft 5: Aberglaube und Zauberei â Wahn oder Wirklichkeit? Von Eduard Juhl, Pastor in Altona-Gr. Flottbek. 1935; 1938: 16.â20. Tsd. (Digitalisat)cite-ref-11[11]
⢠Heft 6: Der verborgene Schatz im Taufsakrament. Von Paul Gerhard Johanssen, Pastor in Osterhever, Eiderstedt. 1936; 1938: 21.â30. Tsd.cite-ref-12[12]
⢠Heft 7: Halt uns bei festem Glauben! Ein Wort an die deutschen Konfirmanden. Von Wolfgang Prehn, Pastor in St. Peter (Nordsee). 1936; 1939: 4. Auflage (Digitalisat)cite-ref-13[13]
⢠Heft 8: Um Kreuz und Altar. Ein Wort aus Schleswig-Holstein zum 5. HauptstĂźck. Von Hans Treplin, Pastor in Hademarschen. 1936; 1939: 56.â65. Tsd. (Digitalisat)cite-ref-14[14]
⢠Heft 9: Das Bekenntnis â Lebenszeugnis der Kirche. Von J. Lorentzen, Pastor in Kiel. 1936 (Digitalisat)
⢠Heft 10: Beten. Ein Wort zum 3. HauptstĂźck. Von Paul Gerhard Johanssen, Pastor in Osterhever, Eiderstedt. 1936; 1938: 21.â30. Tsd.cite-ref-15[15]
⢠Heft 11: Die Kirche und der Jude. Von Pastor Wilhelm Halfmann, Oberkonsistorialrat commiss. in Kiel. 1936; 1937: 21.â30. Tsd. (wurde im April 1937 eingezogen und verboten, Digitalisat)cite-ref-16[16]
⢠Heft 12: Die Stunde der evangelischen Kirche. Von Pastor Wilhelm Halfmann, Oberkonsistorialrat commiss. in Kiel, Amt fĂźr Volksmission, Breklum 1937: 20.â40. Tsd. im Druck, 40.â60. Tsd. in Druckvorbereitung (wurde bald eingezogen und verboten, Digitalisat).cite-ref-17[17]
⢠Heft 13: Ernte. Ein Wort an den christlichen Bauern. Von Hans Treplin, Pastor in Hademarschen, Amt fßr Volksmission, Breklum 1937. (Digitalisat)
⢠Heft 14: Sterben? Von der Herrlichkeit der Christenhoffnung. Von Paul Gerhard Johanssen, Pastor in Osterhever, Eiderstedt, Amt fĂźr Volksmission, Breklum 1937; 1938: 46.â55. Tsd. (Digitalisat)cite-ref-18[18]
⢠Heft 15: Deine Ehe. Von Otto von Dorrien, Pastor in Uetersen. 1937
⢠Heft 16: Dein Weg zu Gott. Von Hans Dunker, Pastor in Breklum. 1937; 1938: 11.â20. Tsd.cite-ref-19[19]
⢠Heft 17: Die Kirche im Haus. Von Paul Gerhard Johanssen, Pastor in Osterhever, Eiderstedt, Volksmission, Breklum 1938; 1938: 21.â30. Tsd.cite-ref-20[20]
⢠Heft 18: Dein Leid. Ein Wort von der Ăberwindung des Leides. Von Meno Hach, Pastor in Flensburg, Volksmission, Breklum 1939.
⢠Heft 19: Was die Bibel wirklich sagt! Von J. Lorentzen, Kiel, Missionsbuchhandlung, Breklum o. J. [1939] (Digitalisat)
⢠Heft 20: Soll die Kirche im Dorf bleiben? Von J. Bielfeldt â Rendsburg, Missionsbuchhandlung Breklum 1941.
Die Autoren
⢠Hans Adolphsen: (im Katalog der DNB)
⢠Heft 3: Ein christliches Wort zum Mythus des Blutes
⢠Johann Bielfeldt: (im Katalog der DNB)
⢠Heft 20: Soll die Kirche im Dorf bleiben?
⢠Otto v. Dorrien: (im Katalog der DNB)
⢠Heft 15: Deine Ehe
⢠Hans Dunker: (im Katalog der DNB)
⢠Heft 16: Dein Weg zu Gott
⢠Meno Hach: (im Katalog der DNB)
⢠Heft 18: Dein Leid
⢠Wilhelm Halfmann: (im Katalog der DNB)
⢠Heft 11: Die Kirche und der Jude
⢠Heft 12: Die Stunde der evangelischen Kirche
⢠Paul Gerhard Johanssen: (im Katalog der DNB)
⢠Heft 6: Der verborgene Schatz im Taufsakrament
⢠Heft 10: Beten â ein Wort zum dritten HauptstĂźck
⢠Heft 14: Sterben? Von der Herrlichkeit der Christenhoffnung
⢠Heft 17: Die Kirche im Haus
⢠Eduard Juhl: (im Katalog der DNB)
⢠Heft 5: Aberglaube und Zauberei â Wahn und Wirklichkeit
⢠Johannes Lorentzen: (im Katalog der DNB)
⢠Heft 1: Das christliche Bekenntnis und die deutsche Glaubensbewegung. Eine Auseinandersetzung mit Graf Reventlow und Professor Hauer
⢠Heft 9: Das Bekenntnis â Lebenszeugnis der Kirche
⢠Heft 19: Was die Bibel wirklich sagt!
⢠Wolfgang Prehncite-ref-21[21]: (im Katalog der DNB)
⢠Heft 7: Halt uns bei festem Glauben. Ein Wort an die deutschen Konfirmanden
⢠Hans Treplincite-ref-22[22]: (im Katalog der DNB)
⢠Heft 2: Weder Hauer noch die Deutschkirche. Ein volkstßmliches Wort zum Kampf um den christlichen Glauben
⢠Heft 4: [Mit Gott.] Ein Wort an den deutschen Soldaten
⢠Heft 8: Um Kreuz und Altar. Ein Wort aus Schleswig-Holstein zum 5. Hauptstßck
⢠Heft 13: Ernte. Ein Wort an den christlichen Bauern
Das Sonderheft
Ebenfalls von der Bekenntnisgemeinschaft in Schleswig-Holstein wurde 1936 reichsweit verteilt: Die Nordmark im Glaubenskampf. Eine Antwort der Kirche an Gustav Frenssen. Herausgegeben von J. Lorentzen, Pastor in Kiel;cite-ref-23[23] darin:
⢠Generalsuperintendent D. Dibelius-Berlin: Frenssens Abschied vom Christentum (online auf geschichte-bk-sh.de)
⢠Professor Pastor Tonnesen-Altona: Die Wandelbarkeit Gustav Frenssens
⢠Pastor Lorentzen-Kiel: Gustav Frenssens Christusbild
⢠Pastor Miether-Geltingcite-ref-24[24]: Frenssens Gottesbotschaft
⢠Pastor Dunker-Neukirchen: Die Verschwommenheit des heidnischen Glaubens â Die Klarheit des christlichen Glaubens
⢠Pastor Treplin-Hademarschen: Anmerkungen zum ersten Psalm
⢠Frau Pastor Tonnesen-Altona: An Gustav Frenssen. Das Wort einer Mutter aus der Nordmark
⢠Lehrer Heinrich VoĂ-Gelting: Um die Jugend der Nordmark. Wort eines Lehrers
⢠Pastor Tramsen-Innien: Frenssens Urteil ßber die Kirche der Nordmark und ihre Pastoren
⢠Pastor PÜrksen-Breklum: Nur noch sterbende christliche Gemeinden in der Nordmark?
⢠Pastor Drews-Hemme: Der Pastor in Hemme schreibt
⢠Professor Pastor Tonnesen-Altona: Was der Norden sagt! (online auf geschichte-bk-sh.de)
⢠Pastor Johanssen-Osterhever: Wie wird es weiter gehen?
Gesamtausgabe
⢠Karl Ludwig Kohlwage, Manfred Kamper und Jens-Hinrich PĂśrksen (Hrsg.): âIhr werdet meine Zeugen sein!â Stimmen zur Bewahrung einer bekenntnisgebundenen Kirche in bedrängender Zeit. Die Breklumer Hefte der ev.-luth. Bekenntnisgemeinschaft in Schleswig-Holstein in den Jahren 1935 bis 1941. Quellen zur Geschichte des Kirchenkampfes in Schleswig-Holstein. Zusammengestellt und bearbeitet von Peter Godzik, Husum: Matthiesen Verlag 2018, ISBN 978-3-7868-5308-4.
Weitere Hefte
In den Jahren 1935â1941 erschienen in der Missionsbuchhandlung Breklum weitere volksmissionarische Schriften:
⢠Peter Piening (Hrsg.): Im Strom oder daneben? Weckrufe zum Aufbruch der Kirche, Breklum: Missionsbuchhandlung 1935 (online auf geschichte-bk-sh.de), darin:
⢠Paul Gerhard Johanssen: Handreichung fßr die Bibelarbeit: Jesaja 40-42, S. 3 f.
⢠Peter Pieningcite-ref-25[25]: Volksmission und VÜlkermission als Aufgabe der Kirche Jesu Christi, S. 5 ff.
⢠Adolf Thomsencite-ref-26[26]: Unser Ziel: Die lebendige Gemeinde, S. 16 ff.
⢠Hans Treplin: Durch welche Kräfte lebte und siegte die Urgemeinde?, S. 21 ff.
⢠Martin PÜrksen: Die Bibel als Schild und Schwert einer kämpfenden Kirche, S. 34 ff.
⢠Reinhard Wester: Das Wächteramt der Kirche. Eine Predigt, gehalten am 23. Juni 1935 in der Kirche zu Westerland a. Sylt, Breklum: Amt fßr Volksmission 1935 (online auf geschichte-bk-sh.de).
⢠Heinrich Kasch: Die Brßcke zur Ewigkeit. Ein Wegweiser zum tapferen Christenglauben fßr Wahrheitssucher, Breklum: Missionsbuchhandlung 1939.
⢠Margarethe Wacker: Pastor Emil Wacker. Ein kurzes Lebens- und Wesensbild. Vortrag zum 100jährigen Geburtstag des Verewigten, Breklum: Missionsbuchhandlung 1939.
⢠Wilhelm Wacker: Matthias Claudius. Ein Gedenkblatt zur 200jährigen Wiederkehr des Geburtstages des Wandsbeker Boten im Jahre 1940, Breklum: Missionsbuchhandlung o. J. (7., erweiterte Auflage)
⢠Johannes Lorentzen: 700 Jahre St. Nikolaikirche in Kiel, Breklum: Missionsbuchhandlung 1941.
Das umstrittene Heft 11
1936 verfasste Halfmann im Auftrag des Landesbruderrats der Bekennenden Kirche eine Schrift zur Judenfrage: Die Kirche und der Jude.cite-ref-27[27]
âFĂźr die Entstehung der Schrift waren vor allem zwei Dinge entscheidend: Erstens hatte durch die MachtĂźbergabe an die Nationalsozialisten die politische Bedeutung der âJudenfrageâ zugenommen. Insofern ist die Schrift sicher auch ein Dokument der Zeit, die den judenfeindlichen Zeit-âGeistâ widerspiegelt. So verwundert es auch nicht, dass Halfmann in der Judenfrage âeine Schicksalsfrage fĂźr die Kirche in Deutschland und fĂźr das deutsche Volkâ sah. Zweitens gab es den Kampf um die Evangelische Kirche. Halfmann versuchte, durch diese Schrift deren Existenz vor allem gegen den allgemein christentumsfeindlichen Rosenberg-FlĂźgel und vermutlich erst in zweiter Linie gegen die Bestrebungen der Deutschen Christen zu sichern. So hielt der PreuĂische Staatsrat BĂśrger im November 1936 mehrere Vorträge in Schleswig-Holstein, in denen er den Kirchen unter anderem vorwarf, Filialen der jĂźdischen Synagogen zu sein. Dabei appellierte er an die ZuhĂśrer, ihre Kinder vom schulischen Religionsunterricht abzumelden, was zahlreiche Kirchenaustritte zur Folge hatte. Auf Initiative Halfmanns reagierten zahlreiche Pastoren â jedoch nicht allein die der Bekenntnisgemeinschaft â mit einer Beschwerde beim Landeskirchenamt und einer Kanzelerklärung an ihre Gemeinden. Zeitgleich entwarf Halfmann seinen Vortrag Der Angriff auf die Bibel fĂźr die geplanten Bekenntnisgottesdienste Anfang Dezember 1936, entschied sich währenddessen jedoch fĂźr den Titel Die Kirche und der Jude.âcite-ref-28[28]
In antijudaistischer Tradition betrachtete er die Juden als Feinde des Christentums und der christlichen VĂślker und zeigte â unter Berufung auf Martin Luther â Verständnis fĂźr die damalige staatliche Gesetzgebung gegen die Juden.cite-ref-29[29] Er sah es als ein âfurchtbares Verhängnisâ an, âdaĂ aus dem berechtigten Kampf gegen das Judentumcite-ref-30[30] ein Kampf gegen Christus geworden ist. Denn das bedeutet: Ein Kampf gegen die gĂśttliche Macht, die uns wirklich vor den Verderbensmächten des Judentumscite-ref-31[31] bewahren kann!âcite-ref-32[32] Vom gesetzgeberischen Vorgehen des Staates hob er aber die antisemitische Praxis der nationalsozialistischen Weltanschauungskräfte der SA und SS in aller Schärfe ab. Die Kirche kĂśnne niemals in deren aggressiven rassistischen Antisemitismus unter der Parole âSchlagt die Juden totâ einstimmen. Die Judenfrage, weil eine religiĂśse, sei letztlich nicht mit politischen Mitteln zu lĂśsen â schon gar nicht mit Gewalt, aber auch nicht mit Gesetzen. Die Kirche habe das âfĂźrbittende Gebetâ fĂźr die Juden einzusetzen, dass Gott ihre Verwerfung beenden mĂśge.cite-ref-33[33]
Halfmann argumentierte in dieser Schrift, nur Christen kĂśnnten das Alte Testament richtig, nämlich vom Neuen Testament und Christus als âMitte der Schriftâ ausgehend, verstehen.cite-ref-34[34] Gleichzeitig kritisierte er den vĂślkischen Antisemitismus, ohne sich jedoch ausdrĂźcklich fĂźr Getaufte jĂźdischer Herkunft einzusetzen.cite-ref-35[35] Vielmehr verwies er auf die RĂśm 11,25 verheiĂene endzeitliche Errettung Israels, um derentwillen das Volk, trotz des Fluchs, der auf ihm liege, am Leben bleiben mĂźsse.cite-ref-36[36]
Beeinflusst ist die Schrift von den Riederauer Thesen zur lutherischen Volksmission (Bekennende Kirche, Heft 1) aus dem Jahr 1933, von Volkmar Herntrichs Schriften Ăźber das Alte Testament aus den Jahren 1933 bis 1935cite-ref-37[37], von Adolf Schlatters 1935 verfasster Schrift Wird der Jude Ăźber uns siegen?cite-ref-shz-2008-38-0[38], Friedrich Hemans Geschichte des jĂźdischen Volkes seit der ZerstĂśrung Jerusalems (1927) und Hans BlĂźhers Erhebung Israels [gegen die christlichen GĂźter] (1931)cite-ref-39[39].
Die Schrift wurde von der Reichsschrifttumskammer verboten und von der Gestapo konfisziert mit der BegrĂźndung, dass sich der Inhalt des Heftes âgegen die Weltanschauung des Nationalsozialismus richtetâ und âmit den im heutigen Staate herrschenden Anschauungen und Grundsätzen nicht vereinbaren lässtâ.cite-ref-40[40]
Bereits seit Ende der 1950er Jahre stand Halfmann wegen seiner antijudaistischen ĂuĂerungen in Kritik, als er sich gegen den christlich-jĂźdischen Dialog aussprach. Dabei thematisierte der SPD-Politiker Jochen Steffen 1958 auch Die Kirche und der Jude. Halfmann verteidigte sich, dass er die NĂźrnberger Gesetze als Schutzgesetze fĂźr die Juden angesehen habe.cite-ref-41[41]
Halfmann las auf Grund der VorwĂźrfe seine Schrift von 1936 noch einmal und empfand sie als âetwas flĂźchtig zusammengezimmertâ. Trotzdem halte er sie im Grundansatz ânoch heute fĂźr nicht unzutreffend. Denn der religiĂśse Gegensatz zwischen Juden und Christen ist unleugbarâ. Gleichwohl war Bischof Halfmann bewusst, dass seine Schrift gerade nach dem Mord an den Juden ein Problem darstellte. Er behauptete rĂźckblickend, dass er schon 1938 das Verfassen dieser Schrift bereut hätte. Am 5. März 1960 schrieb er an den Hamburger Landesbischof Karl Witte: âHeute wäre eine solche Schrift unmĂśglich.â Seine historischen Bemerkungen Ăźber die Geschichte der Juden seien âungerecht, weil einseitig ausgewähltâ, âobwohl sie sachlich richtig sindâ. FĂźr eine Abkehr vom Antijudaismus sah Halfmann keine Notwendigkeit: âTrotzdem kann ich heute noch nicht anders, als den theologischen Ansatz fĂźr richtig zu halten. Aber auch Ăźber die Judenfrage zu diskutieren so, daĂ auch das theologische Nein zum Judaismus, nicht nur zum âAntisemitismusâ durchgehalten wird, ist fast unmĂśglich. Ich kann die christlich-jĂźdische VerbrĂźderung auf humanitärer Basis, unter Eliminierung der Theologie, nicht mitmachen.âcite-ref-42[42]
Zur vorsorglichen Verteidigung gegen weitere Ăśffentliche Angriffe gab er an ausgewählte PersĂśnlichkeiten ein fĂźnfseitiges Blatt Bischof Halfmann und die Judencite-ref-43[43] weiter. Diese Schrift aus dem Jahr 1960 besteht im Wesentlichen aus Zitaten seiner Schrift Die Kirche und der Jude von 1936, ergänzt durch die zeitgenĂśssischen Ăśffentlichen Reaktionen und eine Einleitung sowie ein Nachwort Halfmanns.cite-ref-44[44] In einem Vortrag vor evangelischen Lehrern äuĂerte er sich 1960 noch einmal Zur Bewältigung unserer Vergangenheit und kritisierte den Antisemitismus als âĂberhebung Ăźber den Mitmenschenâ.cite-ref-45[45]
Von dem Flensburger Kirchenhistoriker Klauspeter Reumann stammt die folgende Einschätzung der Judenschrift Halfmanns:
âAls er [sc. Halfmann] seine Judenschrift Ende 1936 niederschrieb und verĂśffentlichte, war er noch des guten Glaubens, den radikalen Antisemitismus der NSDAP vom milderen des Staates trennen zu kĂśnnen. Schon im Herbst des folgenden Jahres aber musste Halfmann auf einer Sitzung des Lutherischen Rates der Bekennenden Kirche einsehen, dass die staatlichen VerbotsmaĂnahmen des Jahres 1937 gegen die Kirche auf den ausgreifenden und sich verselbständigenden Regierungseinfluss Himmlers und seiner Gestapo zurĂźckgingen. Das dort mitgeteilte Verbot einer Gegenschrift von Walther KĂźnneth gegen Rosenbergs Der Mythus des 20. Jahrhunderts machte ihm klar, dass nun im Staat die Entscheidung endgĂźltig zugunsten der von Rosenberg entwickelten rassistischen Weltanschauung gefallen sei, dass sein Mythus tatsächlich kanonisiert sei. Halfmanns noch vor einem Jahr versuchte Differenzierung zwischen Staat und Partei war Ăźberholt, und damit war die von Valentin vorgebrachte Aktionseinheit beider offenkundig. Eine wesentliche Grundannahme Halfmanns in seiner Judenschrift war durch die politische Entwicklung widerlegt, was fĂźr ihn eine bittere Desillusionierung gewesen sein muss. ... Halfmanns Schriften Ăźber die Juden und die kirchliche Entwicklung werfen in ihren Kernaussagen, ihrer Motivation und vor allem in ihrer Wirkung ein zeittypisches Licht darauf, dass kirchliche Selbstbehauptung in der nationalsozialistischen Bedrohung eine intellektuelle und gewissensmäĂige Gratwanderung mit vielfältigen Anfechtungen bedeutete, teils sachlich kritischen, wie von dem jĂźdischen Richter Valentin, teils gewaltsamen, wie von den staatlichen BehĂśrden. Diese Anfechtungen fĂźhrten aber auch bei Halfmann zu einer fortschreitenden persĂśnlichen Klärung; zu einer verĂśffentlichten Korrektur fehlte ihm nach den ZwangsmaĂnahmen und dem Verbot der Schrift jede reale MĂśglichkeit.âcite-ref-46[46]
Neue Reihen
Bremen-Breklumer Hefte
Von 1968 bis 1970 erschienen in Breklum 6 Publikationen unter dem Titel Bremen-Breklumer Hefte.cite-ref-47[47]
Plattdßßtsche Heften ut Breklum
Breklumer Hefte
Literatur
Zu den Breklumer Heften im Allgemeinen
⢠Johannes Lorentzen: Volksmission der Bekennenden Kirche, in: Bruderrat der Bekenntnisgemeinschaft (Hrsg.): Was vor Gott recht ist. Erste Bekenntnissynode der evangelisch-lutherischen Landeskirche Schleswig-Holsteins am 17. Juli 1935 in Kiel, Westerland/Sylt: Geschäftsstelle der Bekenntnisgemeinschaft 1935, S. 27â33 (online auf geschichte-bk-sh.de).
⢠Johann Bielfeldt: Der Kirchenkampf in Schleswig-Holstein 1933â1945, GĂśttingen 1964, S. 190â192.
⢠Paul M. Dahl: Das Werben um die Gemeinde, in: ders.: Miterlebte Kirchengeschichte. Die Zeit der KirchenausschĂźsse in der Ev.-Luth. Landeskirche Schleswig-Holsteins 1935-1938. Manuskript abgeschlossen 1980, fĂźr das Internet Ăźberarbeitet und hrsg. von Matthias Dahl, Christian Dahl und Peter Godzik 2017, S. 55â61 (online auf geschichte-bk-sh.de).
⢠Wolfgang Prehn (Hrsg.): Zeit, den schmalen Weg zu gehen. Zeugen berichten vom Kirchenkampf in Schleswig-Holstein, Kiel 1985; darin:
⢠Hans Dunker: Von Haus zu Haus, S. 91.
⢠Martin PĂśrksen: Volksmission â die keiner kennt, S. 109â117.
⢠Martin PĂśrksen: Die Breklumer Mission â trotz Krieg im Kirchenkampf, S. 119â127.
⢠Jens-Hinrich PĂśrksen: Die Breklumer Mission in der Zeit von Martin PĂśrksen 1934â1956, Kiel 2007; darin:
⢠Breklums Konzentration auf die volksmissionarische Auseinandersetzung mit der Ideologie des Nationalsozialismus, S. 23â25.
⢠Eine Auseinandersetzung mit dem vĂślkischen Glauben in dem Werk Gustav Frenssens, S. 26â31.
⢠Klauspeter Reumann: Bekennende Kirche und Breklumer Mission im Kirchenkampf 1933 bis 1945, in: Dietrich Werner (Hrsg.): Ohne Erinnerung keine Zukunft. Beiträge zur Breklumer Missions- und Regionalgeschichte, NeumĂźnster: Wachholtz 2007, S. 237â268.
⢠Karl Ludwig Kohlwage/Manfred Kamper/Jens-Hinrich PĂśrksen (Hrsg.): âWas vor Gott recht istâ. Kirchenkampf und theologische Grundlegung fĂźr den Neuanfang der Kirche in Schleswig-Holstein nach 1945. Dokumentation einer Tagung in Breklum 2015. Zusammengestellt und bearbeitet von Rudolf Hinz und Simeon Schildt in Zusammenarbeit mit Peter Godzik, Johannes JĂźrgensen und Kurt Triebel, Husum: Matthiesen Verlag 2015; darin:
⢠Karl Ludwig Kohlwage: Die theologische Kritik der Bekennenden Kirche an den Deutschen Christen und dem Nationalsozialismus und die Bedeutung der Bekennenden Kirche fĂźr die Neuorientierung nach 1945, S. 15â36.
⢠Jens Hermann HĂśrcher/Jens-Hinrich PĂśrksen: Die Breklumer Mission â Zentrum der Bekennenden Kirche und der Neuorientierung nach 1945, S. 223â235.
⢠Uwe PÜrksen: Breklehem. Roman eines Dorfes, Husum 2016, S. 103 ff.
⢠Karl Ludwig Kohlwage, Manfred Kamper, Jens-Hinrich PĂśrksen (Hrsg.): âWas er euch sagt, das tut!â Der Wiederaufbau der schleswig-holsteinischen Landeskirche nach dem Zweiten Weltkrieg. Dokumentation einer Tagung in Breklum 2017. Zusammengestellt und bearbeitet von Peter Godzik, Rudolf Hinz und Simeon Schildt, Husum: Matthiesen Verlag 2018, darin:
⢠Vorschlag fßr eine Publikation der gesammelten Breklumer Hefte, S. 189 ff.
Zum umstrittenen Heft 11
⢠Jochen Steffen: Offener Brief an Wilhelm Halfmann, in: Flensburger Presse, 15. Mai 1958.
⢠Wilhelm Halfmann: Entgegnung, in: Flensburger Presse, 29. Mai 1958 (Kopie in: LKAK 20.01 Nr. 660).
⢠Landeskirchliche Presse- und Informationsstelle (Hrsg.): Bischof Halfmann und die Juden, Kiel 1960 (als Manuskript gedruckt, in: LKAK 20.01 Nr. 660; online auf geschichte-bk-sh.de).
⢠Christian Kinder: Neue Beiträge zur Geschichte der evangelischen Kirche in Schleswig-Holstein und im Reich 1924-1945. Flensburg: Karfeld 1964 (2. Aufl. 1966; 3. Aufl. 1968), S. 125 f. und 155 ff. (in der 2. Aufl.)
⢠Wolfgang Gerlach: Als die Zeugen schwiegen. Bekennende Kirche und die Juden (Schriften zu Kirche und Israel, Band 10), Berlin: Institut Kirche und Judentum 1987; 2., bearbeitete und ergänzte Auflage 1993 (= Diss. Hamburg 1970), S. 165â168.
⢠Klauspeter Reumann: Halfmanns Schrift âDie Kirche und der Judeâ von 1936, zuerst in: Verein fĂźr Schleswig-Holsteinische Geschichte (Hrsg.): 100 Jahre Verein fĂźr Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte (Schriften des Vereins fĂźr Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte, Reihe II, Band 48), NeumĂźnster 1996; jetzt in: Annette GĂśhres / Stephan Link / Joachim LiĂ-Walther (Hrsg.): Als Jesus âarischâ wurde. Kirchen, Christen, Juden in Nordelbien 1933-1945. Die Ausstellung in Kiel, Bremen: Edition Temmen 2003, S. 147â161.
⢠Klauspeter Reumann: Der Kirchenkampf in Schleswig-Holstein von 1933 bis 1945, in: Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte. Bd. 6/1: Kirche zwischen Selbstbehauptung und Fremdbestimmung, NeumĂźnster 1998, S. 111â451, hier S. 304â307.
⢠SĂśnke Zankel: Die Bekennende Kirche und die âJudenfrageâ: Der Radikalantijudaismus des Wilhelm Halfmann. In: Niklas GĂźnther / SĂśnke Zankel (Hrsg.): Die Theologie zwischen Kirche, Universität und Schule. Festschrift fĂźr Klaus KurzdĂśrfer, Kiel 2002, S. 52â66 (Ăźberarbeitete Fassung online auf beirat-fuer-geschichte.de).
⢠Klauspeter Reumann: â... Filialen der jĂźdischen Synagogeâ. Zur Entstehung von Wilhelm Halfmanns âDie Kirche und der Judeâ, in: Grenzfriedenshefte, Heft 3, Flensburg 2004, S. 121â134.
⢠SĂśnke Zankel: Christliche Theologie im Nationalsozialismus vor der Judenfrage. Die Schrift Halfmanns âDie Kirche und der Judeâ, in: Demokratische Geschichte 16 (2004), S. 121â134.
⢠Hanna Lehming: Antisemitismus in der Kirche â wie kam es dazu? Schleswig-holsteinische Theologen in der NS-Zeit, in: HansjĂśrg Buss/Annette GĂśhres/Stephan Linck, Joachim LiĂ-Walther (Hrsg.): âEine Chronik gemischter GefĂźhleâ. Bilanz der Wanderausstellung âKirche Christen, Juden in Nordelbien 1933-1945â, Bremen: Edition Temmen 2005, S. 271â280.
⢠Christina Semper: Das Verhältnis der Bekennenden Kirche zum Judentum in Schleswig-Holstein am Beispiel Wilhelm Halfmanns, in: Präsident des Schleswig-Holsteinischen Landtages (Hrsg.): Kirche, Christen, Juden in Nordelbien 1933-1945. Die Ausstellung im Landtag 2005 (Schriftenreihe des Schleswig-Holsteinischen Landtages, Heft 7), Kiel 2006, S. 103â113. (online auf kirche-christen-Juden.org)
⢠Klauspeter Reumann: Bekennende Kirche und Breklumer Mission im Kirchenkampf 1933 bis 1945, in: Dietrich Werner (Hrsg.): Ohne Erinnerung keine Zukunft. Beiträge zur Breklumer Missions- und Regionalgeschichte, NeumĂźnster: Wachholtz 2007, S. 237â268, hier bes. S. 256â259.
⢠Isabelle Tiburksi/Marek Ehlers: Wilhelm Halfmanns Schrift âDie Kirche und der Judeâ (1936), Uetersen, Februar 2009.
⢠SĂśnke Zankel: âIch kann die christlich-jĂźdische VerbrĂźderung unter Eliminierung der Theologie nicht mitmachenâ. Bischof Halfmann und der christliche Antijudaismus in den Jahren 1958-1960. In: Demokratische Geschichte. Jahrbuch fĂźr Schleswig-Holstein. 21 (2010), S. 123â138 (online auf beirat-fuer-geschichte.de ).
⢠Stephan Linck: Neue Anfänge? Der Umgang der Evangelischen Kirche mit der NS-Vergangenheit und ihr Verhältnis zum Judentum. Die Landeskirchen in Nordelbien, Kiel 2013, S. 222â228.
⢠Karl Ludwig Kohlwage: Die schweigende BK, in: ders./Manfred Kamper/Jens-Hinrich PĂśrksen (Hrsg.): âWas vor Gott recht istâ. Kirchenkampf und theologische Grundlegung fĂźr den Neuanfang der Kirche in Schleswig-Holstein nach 1945. Dokumentation einer Tagung in Breklum 2015. Zusammengestellt und bearbeitet von Rudolf Hinz und Simeon Schildt in Zusammenarbeit mit Peter Godzik, Johannes JĂźrgensen und Kurt Triebel, Husum: Matthiesen Verlag 2015, S. 32â33.
⢠Uwe PÜrksen: Breklehem. Roman eines Dorfes, Husum 2016, S. 108; 198 f.:
â... Wilhelm Halfmann, der viel Umstrittene, ein klarer Kopf der ersten Stunde, der sieht, mit wem er es bei dem Kanzler zu tun hat, welcher die Grundlage der christlichen Religion auf den MĂźllhaufen werfen will, sagt es, wiederholt es, trägt es vor â und winkt dann in einer Schrift, in der er dies noch einmal wiederholt, mit antijĂźdischer Hetze, als wäre er auf der anderen Seite ... Wollte er den spionierenden Gegnern ihren Maulkorb, den GefängnisschlĂźssel, die Pistole aus der Hand nehmen, um seine kirchenpolitische Arbeit fortsetzen zu kĂśnnen? Hatte er Angst? Dachte er so? War die Hetze Gemeingut? ...â
Siehe auch
⢠Schriftenreihe Bekennende Kirche
⢠Schriftenreihe Die Gemeindekirche
⢠Schriftenreihe Theologische Existenz heute
⢠Zeitschrift Junge Kirche
Weblinks
⢠Website zu den Breklumer Heften (online auf geschichte-bk-sh.de)
⢠Presseerklärung zum Wiedererscheinen der Breklumer Hefte in einem Sammelband, Mai 2018 (online auf geschichte-bk-sh.de)
⢠Einladung zur Präsentation des Sammelbandes der Breklumer Hefte am 30. Mai 2018 in Christian Jensen Kolleg in Breklum (online auf geschichte-bk-sh.de)
⢠Stephan Richter: Publizistischer Widerstand. Artikel auf der Kulturseite der Husumer Nachrichten (und weiterer Lokalausgaben des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages) vom 3. Juli 2018 (online auf geschichte-bk-sh.de).
Einzelnachweise
cite-note-11. â Riederauer Thesen zur lutherischen Volksmission (Bekennende Kirche, Heft 1), MĂźnchen: Chr. Kaiser 1933 (online auf geschichte-bk-sh.de); vgl. dazu Axel TĂśllner: Die Judenfrage in Volksmission und theologischer Schulungsarbeit, in: ders.: Eine Frage der Rasse? Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern, der Arierparagraf und die bayerischen Pfarrerfamilien mit jĂźdischen Vorfahren im âDritten Reichâ, Stuttgart: Kohlhammer 2007, S. 121 ff.
cite-note-22. â Online auf geschichte-bk-sh.de; vgl. dazu: Walter Birnbaum: Zeuge meiner Zeit. Aussagen zu 1912 bis 1972, GĂśttingen: Musterschmidt 1973, S. 152.
cite-note-33. â Heft 1: Rudolf Jäger/Fritz Collatz, Altona: Die Gemeindekirche als Sinn und Ziel unserer Arbeit; Johannes Tonnesen: Die Gemeindekirche als Hoffnung der Pastoren; Heft 2: Hans Asmussen: Bekenntnis und Synode; Heft 3: Hans Asmussen: Der Bischof der Gemeinde; Heft 4: Hans Asmussen: Lutherisches Bekenntnis heute.
cite-note-44. â Hans Asmussen: Der Bischof der Gemeinde (Die Gemeindekirche, Heft 3), Altona: Hans Harder 1934 (7. April), S. 6.
cite-note-55. â Paul M. Dahl: Miterlebte Kirchengeschichte. Die Zeit der KirchenausschĂźsse in der Ev.-Luth. Landeskirche Schleswig-Holsteins 1935â1938, Manuskript abgeschlossen 1980, fĂźr das Internet Ăźberarbeitet und hrsg. von Matthias Dahl, Christian Dahl und Peter Godzik 2017, S. 56 (online auf geschichte-bk-sh.de).
cite-note-66. â Vgl. dazu: Peter Godzik: Zum zeitgeschichtlichen Hintergrund der Breklumer Hefte, 2017 (online auf geschichte-bk-sh.de).
cite-note-77. â Johannes Lorentzen: Volksmission der Bekennenden Kirche, in: Bruderrat der Bekenntnisgemeinschaft (Hrsg.): Was vor Gott recht ist ..., 1935, S. 27â33.
cite-note-88. â Karl Ludwig Kohlwage / Manfred Kamper / Jens-Hinrich PĂśrksen (Hrsg.): âWas vor Gott recht istâ. Kirchenkampf und theologische Grundlegung fĂźr den Neuanfang der Kirche in Schleswig-Holstein nach 1945. Dokumentation einer Tagung in Breklum 2015. Zusammengestellt und bearbeitet von Rudolf Hinz und Simeon Schildt in Zusammenarbeit mit Peter Godzik, Johannes JĂźrgensen und Kurt Triebel, Husum: Matthiesen Verlag 2015, S. 25.
cite-note-99. â Aus der Presseerklärung vom 18. April 2018. Siehe dazu die Buchkritik âErinnerungslĂźckeâ vom 4. Mai 2020, online auf geschichte-bk-sh.de.
cite-note-1010. â Im Privatbesitz Peter Godzik; die Deutsche Nationalbibliothek listet 70.â80. Tsd. (DNB 362904839); Karl-Emil Schade: Nachruf auf Propst Hans Treplin, in: Mitteilungsblatt der Kirchengemeinde Hademarschen, 25. Februar 1982, gibt an: 100.000; Uwe PĂśrksen: Breklehem ..., 2016, S. 105, nennt: 450.000; vgl. dazu: Jens-Hinrich PĂśrksen: Anhang zum Brief an die Kirchenleitung (vom 24. April 2014), in: Kohlwage u. a. (Hrsg.): âWas vor Gott recht ist ...â, 2015, S. 299.
cite-note-1212. â Im Privatbesitz Peter Godzik
cite-note-1717. â Klauspeter Reumann: Bekennende Kirche und Breklumer Mission im Kirchenkampf ..., 2007, S. 257.
cite-note-2121. â Wolfgang Prehn (1904-1996), auf geschichte-bk-sh.de
cite-note-2222. â Hans Treplin (1884-1982), auf geschichte-bk-sh.de
cite-note-2323. â Die Nordmark im Glaubenskampf | Eine Antwort der Kirche an Gustav Gustav Frenssen (Digitalisat)
cite-note-2424. â Wolfgang Miether (1909-1945), auf .geschichte-bk-sh.de
cite-note-2525. â Biogramm Peter Piening (online auf d-nb.info)
cite-note-2626. â Biogramm Adolf Thomsen (online auf geschichte-bk-sh.de)
cite-note-2727. â Zu Halfmanns Motivation und Intention siehe Klauspeter Reumann: Halfmanns Schrift âDie Kirche und der Judeâ von 1936, in: Annette GĂśhres, Stephan Linck, Joachim LiĂ-Walther (Hrsg.): Als Jesus âarischâ wurde. Kirchen, Christen, Juden in Nordelbien 1933-1945. Die Ausstellung in Kiel, Bremen: Edition Temmen 2003, S. 156â158 (online auf pkgodzik.de)
cite-note-2828. â Zankel: Christliche Theologie ..., S. 125
cite-note-2929. â Halfmann argumentierte 1936: âDie Kirche hat nicht die Aufgabe, in die Judengesetzgebung des Dritten Reiches einzugreifen. Vielmehr werden wir von der Kirche her aus der bald zweitausendjährigen Erfahrung mit den Juden sagen mĂźssen: der Staat hat recht. Er macht einen Versuch zum Schutze des deutschen Volkes, wie er von hundert Vorgängern in der ganzen Christenheit gemacht worden ist, und zwar mit Billigung der christlichen Kirche. Man braucht nur Luthers Schriften zur Judenfrage zu lesen, um zu finden, daĂ das, was heute geschieht, ein mildes Verfahren gegenĂźber dem ist, was Luther und viele andere gute Christen fĂźr nĂśtig gehalten haben.â (Halfmann: Die Kirche und der Jude, Breklum 1936, S. 13 f.) Halfmann rechtfertigte diese Haltung 1958 gegenĂźber dem Chefredakteur der SPD-eigenen âFlensburger Presseâ Jochen Steffen: Seine Schrift habe ânun gerade nicht die nationalsozialistische Rassenpolitik gutheiĂenâ wollen, sondern sie bezweckte âdas Gegenteilâ. Kritik an der âRassenpolitikâ konnte damals Ăśffentlich nur unter âtendenzverhĂźllenden Zugeständnissenâ geschrieben werden. Der Angriff gegen die âNS-Rassentheorieâ sei auch den Nationalsozialisten bewusst gewesen, da die Schrift schnell beschlagnahmt wurde. Letztendlich sei er damals der Ăberzeugung gewesen, âdaĂ die âNĂźrnberger Gesetzeâ von 1935 den Juden wenigstens einen Rechtsstand garantierten, wenn auch in der Art des Gettos. Dass eine feierlich proklamierte reichsgesetzliche Regelung nur ein TäuschungsmanĂśver sein wĂźrde, habe ich damals, fast drei Jahre vor der âKristallnachtâ und allem, was folgte, nicht vorausgesehen.â (Wilhelm Halfmann in: Flensburger Presse vom 29. Mai 1958, Kopie in: NEK-Archiv, 20.01, Nr. 660.)
cite-note-3030. â Er unterstreicht seine Aussage an dieser Stelle noch einmal: âaus dem b e r e c h t i g t e n Kampf gegen das Judentumâ (Halfmann: Die Kirche und der Jude, S. 3). Dagegen stehen die klaren Sätze von Elisabeth Schmitz: âWarum tut die Kirche nichts? Warum läĂt sie das namenlose Unrecht geschehen? Wie kann sie immer wieder freudige Bekenntnisse zum nationalsozialistischen Staat ablegen, die doch politische Bekenntnisse sind und sich gegen das Leben eines Teiles ihrer eigenen Glieder richten? Warum schĂźtzt sie nicht wenigstens die Kinder? Sollte denn alles das, was mit der heute so verachteten Humanität schlechterdings unvereinbar ist, mit dem Christentum vereinbar sein? Und wenn die Kirche um ihrer vĂślligen ZerstĂśrung willen in vielen Fällen nichts tun kann, warum weiĂ sie dann nicht wenigstens um ihre Schuld? Warum betet sie nicht fĂźr die, die dies unverschuldete Leid und die Verfolgung trifft? Warum gibt es nicht FĂźrbittegottesdienste, wie es sie gab fĂźr die gefangenen Pfarrer? Die Kirche macht es einem bitter schwer, sie zu verteidigen. ... DaĂ es aber in der Bek. Kirche Menschen geben kann, die zu glauben wagen, sie seien berechtigt oder gar aufgerufen, dem Judentum in dem heutigen historischen Geschehen und dem von uns verschuldeten Leiden Gericht und Gnade Gottes zu verkĂźndigen, ist eine Tatsache, angesichts deren uns eine kalte Angst ergreift. Seit wann hat der Ăbeltäter das Recht, seine Ăbeltat als den Willen Gottes auszugeben? Seit wann ist es etwas anderes als Gotteslästerung zu behaupten, es sei der Wille Gottes, daĂ wir Unrecht tun? HĂźten wir uns, daĂ wir den Greuel unserer SĂźnde nicht verstecken im Heiligtum des Willens Gottes. Es kĂśnnte sonst wohl sein, daĂ auch uns die Strafe der Tempelschänder träfe, daĂ auch wir den Fluch dessen hĂśren mĂźĂten, der die GeiĂel flocht und trieb sie hinaus.â (Manfred Gailus: Mir aber zerriss es das Herz. Der stille Widerstand der Elisabeth Schmitz, GĂśttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2011, S. 241 f.)
cite-note-3131. â Die âVerderbensmächte des Judentumsâ beschreibt Halfmann 1936 so: âIn furchtbar eintĂśnigem Wechsel ist darum die jĂźdische Geschichte bis heute so verlaufen: wurde ihnen Freiheit gewährt, so bereicherten sie sich und wucherten das Volk aus. Dann folgte naturgemäà die Reaktion in blutiger Verfolgung und Austreibung. 1290 wurden die Juden aus England, 1384 aus Frankreich, 1492 aus Spanien, im 14. Jahrhundert auch aus den meisten deutschen Gebieten verjagt. Sie sind wiedergekommen, â es ist eine wirre Geschichte, in der Christen und Juden durch eine Kette gegenseitiger Schuld verhängnisvoll verknĂźpft sind. ⌠In allen groĂen Ereignissen der abendländischen Geschichte sind die Juden viel stärker beteiligt, als die bisher Ăźbliche Geschichtsschreibung meldet. Es waren die aus Spanien vertriebenen Juden, die den TĂźrken bei ihrem Einbruch in Europa die Kenntnisse zur Herstellung von Feuerwaffen lieferten. Im dreiĂigjährigen Krieg finanzierten sie die KriegsfĂźhrung gegen die Protestanten; seitdem sitzen sie in Wien fest. In den FeldzĂźgen Napoleons, im Weltkrieg waren sie im Hintergrund tätig, â immer als Zersetzungsstoff fĂźr die christlichen VĂślker, bewuĂt oder unbewuĂt, geleitet durch ihre antichristliche Entscheidung. Auch die Geistesbewegungen, die geeignet waren, den Glauben an Gottes geschichtliche Offenbarung in Christus aufzulĂśsen, sind von den Juden benutzt und getragen worden. ⌠Die ganze heutige Geistesrichtung, die die Welt beherrscht, der Glaube an das Diesseits ohne Gott, der Glaube, durch menschliche Kraft das Reich des GlĂźcks, des Friedens und der Gerechtigkeit herstellen zu kĂśnnen, stammt her aus jĂźdischer Religion, aus dem Glauben an das messianische Weltreich ohne Christus. Darum spielen die Juden eine Hauptrolle in den groĂen Weltprogrammen der neuesten Zeit, im Liberalismus, Sozialismus und Bolschewismus. Hier gilt Ăźberall das gleiche Ziel: die Welt ohne Christus zu erlĂśsen und in Ordnung zu bringen. Und darum herrscht hier Ăźberall die gleiche Abneigung gegen das Christentum, dessen Grundgedanke die ErbsĂźnde ist, dessen Heilsbotschaft die ErlĂśsung durch Christus ist.â (Halfmann: Die Kirche und der Jude, S. 12 f.)
cite-note-3232. â Halfmann: Die Kirche und der Jude, S. 3.
cite-note-3333. â Reumann: Halfmanns Schrift âŚ, S. 153.
cite-note-3434. â Semper, S. 107. Halfmanns scharfe Bemerkung: âWeil das Alte Testament eine Heilige Schrift der Kirche ist, kann allein die Kirche seinen Sinn recht erfassen und ausdeuten. Alle andern Ausdeutungen, die nicht aus dem Raum der Kirche stammen, sind sinnentstellend, verkehrt, unverständig und bĂśswilligâ (S. 4), richtet sich ausweislich des Zusammenhangs eindeutig gegen die Nationalsozialisten. Von der jĂźdischen Deutung der Schrift sagt er später sehr viel milder: âDarum ist Jesus Christus der SchlĂźssel zum Verständnis des Alten Testaments, der hineinpaĂt in die LĂźcke, die im Alten Testament noch offen geblieben ist, wie der SchlĂźssel ins SchloĂ. ⌠Die Juden lesen das Alte Testament ohne den SchlĂźssel Jesus Christus, die Christen lesen es mit dem SchlĂźssel Jesus Christus. ⌠Nun behauptet die Kirche: wir Christen haben das allein richtige Verständnis des Alten Testaments, ihr Juden aber habt ein falsches Verständnis. âŚâ (S. 6 f.)
cite-note-3535. â In der Frage der kirchenrechtlichen Stellung Getaufter jĂźdischer Herkunft wurde die radikal deutsch-christliche LĂśsung vermieden und fĂźr Schleswig-Holstein eine Sonderregelung getroffen, die auch die Billigung der Bekennenden Kirche in Schleswig-Holstein fand. Vgl. dazu die Zusammenstellung von Peter Godzik auf geschichte-bk-sh.de. Altbischof Karl Ludwig Kohlwage zu den gegen Halfmann erhobenen AnwĂźrfen: âAber dass Halfmann in Ăbereinstimmung mit der BK, ausgehend von dieser Schrift, den Ausschluss von Christen jĂźdischer Herkunft aus der Kirche betrieben und ihre Taufe annulliert habe, ist und bleibt eine bĂśse Verleumdung.â (Vortrag in Breklum am 3. Februar 2015, abgedruckt in: Forum. Mitteilungsblatt der Vereine der Pastorinnen und Pastoren im Bereich der Nordkirche, Nr. 76, Mai 2015, S. 23; jetzt in: âWas vor Gott recht istâ ... Dokumentation einer Tagung in Breklum 2015, S. 33)
cite-note-3636. â Semper, S. 108.
cite-note-3737. â http://www.geschichte-bk-sh.de/index.php?id=379
cite-note-shz-2008-3838. â Halfmann â Erkenntnisse Ăźber einen Ex-Bischof@1@2Vorlage:Toter Link/www.shz.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2023. Suche in Webarchiven) Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prĂźfe den Link gemäà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. auf shz.de (Artikel vom 17. Februar 2009)
cite-note-3939. â Semper, S. 106. Dass auch eine gänzlich andere Stellungnahme zur Judenfrage zeitgeschichtlich mĂśglich war im Rahmen der Bekennenden Kirche, zeigt die von Elisabeth Schmitz 1935/36 vorgelegte Denkschrift Zur Lage der deutschen Nichtarier, die vertraulich an leitende PersĂśnlichkeiten der Bekennenden Kirche geschickt wurde (abgedruckt in: Manfred Gailus: Mir aber zerriss es das Herz ..., S. 223â252). Ob Halfmann diese Denkschrift kannte und bewusst anders schrieb, ist unbekannt.
cite-note-4040. â Nordelbisches Kirchenarchiv, 98.04, NL Halfmann, B IX, Nr. 179, Schreiben der Reichsschrifttumskammer an den Vorsitzenden der Breklumer Volksmission vom 12. Apr. 1937, und Nr. 180, Schreiben der Kanzlei der DEK an Halfmann vom 21. Apr. 1937.
cite-note-4141. â Zankel: Ich kann ..., S. 128.
cite-note-4242. â Zankel: Ich kann ..., S. 129 f. Dort auch die hier nicht wiedergegebenen Quellenangaben.
cite-note-4343. â Die bloĂe Wiederholung der fatalen Pauschalisierung âdie Judenâ noch im Jahr 1960 schmerzt. Elisabeth Schmitz hatte schon 1950 dringend gebeten: âRettet den Menschen, das heiĂt vor allem: Seht den Menschen! Sagt nicht immer: Die Franzosen, die Polen, die Juden, die Arbeiter, die Kapitalisten. Lernt den Menschen kennen, den Einzelnen, auch den Fremden, ehrt ihn darin, daĂ ihr freundlich zu ihm seid, auch den Schwachen und Verachteten gegenĂźber.â (Manfred Gailus: Mir aber zerriss es das Herz ..., S. 261)
cite-note-4444. â Zankel: Ich kann ..., S. 133.
cite-note-4545. â Halfmann: Predigten, Reden, Aufsätze, Briefe âŚ, S. 142.
cite-note-4646. â Reumann: Halfmanns Schrift âŚ, S. 158 ff.
cite-note-4949. â âIm Jahr 1870 begann Pastor Christian Jensen seine publizistische Arbeit mit der Herausgabe des Sonntagsblatt fĂźrs Haus. Als er 1873 Pastor in Breklum wurde, begann eine beispiellose Anzahl von GrĂźndungen, die Breklum zum Mittelpunkt der pietistischen Bewegung in Norddeutschland machte: 1875 grĂźndete er die âChristliche Buchhandlungâ und kaufte die Druckerei von Hermann Goos. Im Jahr 1886 entstand die Heidenmission mit Missionaren fĂźr Indien, es folgten eine Zeitung, ein christliches Gymnasium; er bildete Pastoren fĂźr Amerika aus; die letzte GrĂźndung war ein Krankenhaus fĂźr psychosomatische Leiden 1900. 1901 starb Pastor Christian Jensen. Die Familie der jetzigen Inhaber ist seit 1928 der Arbeit mit dem Werk Christian Jensens verbunden. Durfte beim Verkauf des Christian Jensen Verlages auf Intervention der Familie der Name nicht mehr fortgefĂźhrt werden, setzte Manfred Siegel auf den Bezug zur geistlichen Haltung in Breklum. Diesen Auftrag, gedrucktes Wort zu produzieren und zu verbreiten, sehen wir auch heute als unsere Verpflichtung, deshalb nennen wir uns breklumer.verlag und breklumer.de.â (online auf breklumer.de) (Memento des Originals vom 7. April 2017 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂźft. Bitte prĂźfe Original- und Archivlink gemäà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.breklumer.de